Videotitel: Gold und Silber, in Edelmetalle investieren – 5 Tipps. ✅Bitte klicken Sie auf das Bild um das Video abzuspielen!
Warum in Gold und Silber bzw. Edelmetalle investieren?
Es wird immer wieder kritisiert, dass Aktien eine wesentlich bessere Performance aufweisen als Edelmetalle. Betrachtet man einen längeren Anlagezeitraum, ist dieser Umstand nicht von der Hand zu weisen. Wer als erfahrener Edelmetallanleger unterwegs ist, kann allerdings auch mit einem kurzfristigen Engagement interessante Renditen erzielen. Langfristig ist die Aktie, die Rendite betreffend, die bessere Wahl.
Edelmetalle sollten im Portfolio eher als Stabilitätsfaktor gesehen werden, die Inflation haben Sie schon immer ausgeglichen und sind zudem eine bewährte Krisenwährung. Beide Anlageformen haben Ihre Berechtigung im Portfolio.
Den Faktor Stabilität bei Edelmetallen belegt zum Beispiel die Tatsache, dass der US-Dollar nach dem Krieg bis 1971 in Relation zu den ausgegebenen Münzen und Scheinen mit Gold hinterlegt war, der sogenannte Goldstandard. Diesen Goldstandard würden viele Experten auch heute gerne als Grundlage für unsere Währung sehen, um den permanenten Kaufkraftverlust der Währung entgegenzuwirken.
Eine 1:1 Hinterlegung von Gold für die ausgegebene Währung würde man im Übrigen nicht Goldstandard, sondern Golddeckung nennen.
In welcher Form Gold und Silber anlegen und wie lagern?
Es gibt die Möglichkeit Gold, Silber und weitere Edelmetalle mit Zertifikaten zu erwerben, oder sich in Form von Aktien oder Anleihen an Minen zu beteiligen. In diesem Video geht es aber um den physischen Erwerb von Gold und Silber in Form von Barren oder Münzen. Diese Anlageform ist auch aufgrund von mehr Sicherheit vorzuziehen.
Dabei stellt sich dann die Frage nach der Lagerung:
Die beliebteste Variante ist zweifelsfrei das Bankschließfach. Zum einen verursacht dies laufende Kosten, zum anderen sollte überprüft werden, ob das Schließfach auch ausreichend von der Bank versichert ist. Haben Sie keine Bedenken, dass es Ihnen so ergehen könnte wie Bankschließfachkunden in Cypern vor einigen Jahren, diese hatten dann plötzlich keinen Zugriff mehr auf Ihre Schließfächer, ist diese Variante zumindest die einfachste.
Eine weitere Möglichkeit ist, die Edelmetalle in den eigenen 4 Wänden zu lagern. Die einen schwören auf den eigenen Tresor, andere bevorzugen ausgefallene Verstecke. Zu ausgefallen sollten die Verstecke dann aber doch nicht sein, damit Sie auch selbst noch wissen, wo sich Ihr Edelmetall befindet. Das mag sich etwas komisch anhören, es ist aber gar nicht so selten, dass Edelmetallbesitzer irgendwann selbst nicht mehr wissen, wo sie Ihre Schätze versteckt haben.
Nebenbei erwähnt, die Hausratversicherung tritt bei Verlust/Einbruch oft nur bis zu einer Obergrenze für den Schaden ein und ein eigener Tresor muss ausreichend versichert sein. Für Wertgegenstände wie Edelmetalle ist ohnehin versicherungstechnisch ein sogenannter Wertschutzschrank erforderlich.
Zudem gibt es noch die Möglichkeit Gold und Silber in einem Zollfreilager aufbewahren zu lassen. Die Gebühren sind in diesem Fall deutlich höher als beim Bankschließfach, sodass sich diese Variante erst bei höheren Anlagen empfiehlt. Ein weiterer Vorteil des Zollfreilagers ist der mehrwertsteuerfreie Handel und Erwerb, insofern das Edelmetall im Zollfreilager verbleibt.
Eine selten genutzte Variante sind bankenunabhängige Schließfachbetreiber, von denen es auch nur wenige gibt. Auch hier sind Sie an Öffnungszeiten gebunden, wären aber wahrscheinlich bei einer Bankenschließung, wie zumal in Zypern, nicht betroffen.
Sind Goldbarren oder Goldmünzen besser für die Anlage geeignet?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
Größere Anlagen lassen sich einfacher als Barren lagern, für eher kleinere Anlagebeträge empfehlen sich eher Münzen.
Bei Barren ist darauf zu achten, sich nur Barren von namhaften Herstellern zu kaufen. Umso schwerer der Gold- oder Silberbarren, umso günstiger ist der Preis pro Gramm.
Bei Münzen sind die Einheit 1 Unze vorzuziehen. Es gibt sowohl für Gold als auch Silber ebenso 1/2 Unzen und 1/4 Unzen, die aber wiederum im Preis, bezogen auf ein Gramm, teurer sind.
Bei Goldmünzen und Silbermünzen besteht noch der Vorteil, dass es auch Sammler gibt. Das bedeutet, beim Wiederverkauf sprechen Sie als mögliche Käufer nicht nur Anleger an, sondern auch Sammler.
Aufgrund dessen ist es besser, auf bestimmte Münzen zuzugreifen.
Beim Gold ist es unbestritten der Krügerrand, den Sie auf der ganzen Welt schnell zu Geld machen können. Zudem empfiehlt sich noch der kanadische Maple Leaf und das australische Känguru.
Bei Silber tritt anstelle des Krügerrand der österreichische Philharmoniker, gefolgt von Maple Leaf und dem Känguru. (Update: Maple Leaf und Känguru haben in der Gunst der Käufer deutlich zugelegt und den Philharmoniker überholt). So zumindest meine Empfehlung, manche Anleger bevorzugen eine andere Reihenfolge dieser Silbermünzen.
Wie starten Sie am besten, wenn Sie in Edelmetalle investieren wollen?
Das kommt auf die angestrebte Anlagesumme an. Eine Aufteilung zwischen Gold und Silber empfiehlt sich in 60% Gold und 40% Silber, wenn man es pauschalisieren möchte. Besser sollte das Verhältnis von Gold zu Silber aber Ihrer individuellen Situation angepasst sein.
Steht eine eher geringere Anlagesumme für Edelmetalle zur Verfügung, erfolgt aufgrund des erheblich niedrigeren Preises der Start mit Silberunzen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Videos schwankt der Preis für die Unze des österreichischen Philharmonikers zwischen 25-30€.
Ohnehin ist die Investition in Silber zurzeit (Videoerstellung) die wahrscheinlich bessere Variante, da das Gold-Silber-Ratio derzeit klar für die Anlage in Silber spricht. Das Thema Gold-Silber-Ratio wird später erklärt.
Goldsparpläne
In der Vergangenheit haben sich Goldsparpläne, es gibt sie auch für Silber, durchaus einer gewissen Beliebtheit erfreut. Nachdem es aber mit einigen Anbietern Probleme gab, genauso wie den einen oder anderen Betrugsfall, sind Goldsparpläne in Verruf geraten.
Leider. Denn diese Goldsparpläne, insbesondere für Kleinstanleger konzipiert, waren durchaus eine Variante, um mit sehr wenig Anlagevolumen in Edelmetalle einzusteigen.
Nachdem es auch etablierte Anbieter wie beispielsweise Degussa oder Heraeus gibt, hier eine kurze Aufzählung der Varianten.
Entweder werden Sie durch eine monatliche Zahlung Miteigentümer an einem Goldbarren oder Sie erwerben Kleinstbarren, meist mit 1 oder 5 Gramm. Einige Anbieter bieten auch die Auslieferung der Kleinstbarren von 1 bzw. 5 Gramm an, einige auch die eines Goldbarren, wenn die Summe für diesen angespart wurde.
Die Auslieferung, sodass Sie das Gold bzw. Silber dann auch tatsächlich in Händen halten, ist natürlich die beste Versicherung gegen mögliche Betrugsfälle.
Um es mit den Goldsparplänen auf den Punkt zu bringen. Vergleichen Sie die Anbieter in Bezug auf Seriosität und auch bezüglich der Gebühren. Besonders ein vertrauenswürdiger Anbieter ist wichtig, nach dem Motto: Trau, schau wem.
Wieviel Prozent Edelmetalle empfehlen sich im Portfolio?
Hier empfiehlt sich eine Orientierung am Alter bzw. am bisher erreichten Vermögen. Sind Sie ca. 20 Jahre, sollte der Anteil an Edelmetallen nicht über 10% liegen, in jungen Jahren sind aus Renditegründen andere Anlagen geeigneter. Mit ca. 40 Jahren kann ein Anteil an 15-20% Gold und Silber als Stabilitätsfaktor im Portfolio als angemessen betrachtet werden. Ab 60 Jahre empfehlen sich 25-30% Edelmetalle, bei vollständig abbezahltem Immobilienbesitz kann dieser Anteil auch niedriger liegen. Das sind Pauschalwerte, auch hier gilt, dass das Engagement in Edelmetalle am besten individuell an Sie und Ihre Ziele angepasst ist.
Bei allen Engagements in Gold und Silber gilt, dass dieser Anteil nicht als Renditefaktor, sondern immer als Stabilitätsfaktor zu bewerten ist.
Gold vs. Silber – und eine Empfehlung zur Aufteilung
Bereits vorher wurde angesprochen, dass der Start mit Edelmetallen leichter mit Silber gelingt. Trotzdem gibt es grundsätzliche Vor- und Nachteile bei Gold sowie Silber.
Beschäftigen wir uns zuerst mit Gold. Goldmünzen und -barren sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei zu veräußern. Diese lassen sich überall auf der Welt handeln bzw. in beliebige Währungen eintauschen, insbesondere wenn Sie in Münzen wie den Krügerrand investieren. Gold ist im Auf und Ab weniger anfällig auf industrielle Belange, den Silber wird in diesem Bereich häufiger verwendet. Dafür reagiert Gold mitunter durchaus heftig auf Krisen und Kriege. Ein weiterer Nachteil von Gold ist der kapitalintensivere Start. Ein mögliches Worst-Case-Szenario soll noch erwähnt werden, nämlich ein Goldverbot, wie es bereits in den USA einige Zeit galt.
Silber unterliegt, wie alle anderen Edelmetalle, mit der Ausnahme von Gold, der Mehrwertsteuer. Es gibt aber eine Variante, die diesen Nachteil ein Stück weit aufhebt, die Differenzbesteuerung. Achten Sie also beim Kauf darauf, differenzbesteuerte Edelmetalle zu erwerben. Silber ist zum Einstieg in Edelmetalle ausgesprochen günstig und zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Videos steht Silber im Verhältnis zum Gold, mit dem sogenannten Gold-Silber-Ratio sehr vorteilhaft da. Auf diesen Punkt komme ich etwas später noch zurück.
Zusammenfassung:
+ Investieren Sie nicht in Zertifikate, sondern in physisches Gold und Silber
+ Die Lagerung von Edelmetallen empfiehlt sich in Eigenregie bzw. bei größeren Anlagesummen in einem Zollfreilager
+ Edelmetalle eignen sich für weniger aktive und erfahrene Anleger nicht als Renditefaktor, umso besser als Stabilitätsfaktor bei langer Haltedauer. Das Verhältnis des gehaltenen Edelmetalls in Gold und Silber sollte im Verhältnis Gold 70%, Silber 30% erfolgen
+ Edelmetalle sollten, um einen guten Wiederverkaufswert zu erzielen, der insbesondere bei Münzen auch vom Erhaltungsgrad abhängt, geschützt gelagert werden. Für Münzen empfehlen sich Hardcases und Tubes, für Barren kommen auch Blisterverpackungen infrage.
+ Nutzen Sie das vorhin erwähnte Gold-Silber-Ratio. Diese Strategie ist eher für aktive Anleger geeignet. Das Gold-Silber-Ratio beschreibt, wie viele Unzen Silber zum Kauf einer Unze Gold erforderlich sind. Da beide Kurse Schwankungen aufweisen, ist dieses Verhältnis nicht immer gleich. Ein mittleres Gold-Silber-Ratio liegt beim Faktor 60. (Also 60 Unzen Silber, um eine Unze Gold zu kaufen). Silber gilt als unterbewertet (also eine Kaufempfehlung), wenn dieser Faktor bei 80 liegt, eine Überbewertung von Silber wird mit dem Faktor 40 angegeben. Derzeit schwankt das Gold-Silber-Ratio zwischen 70 und 80, was somit eher für den Kauf von Silber spricht.
Einen Nutzen bezüglich der Rendite mit Edelmetallen erzielen Sie dann, wenn Sie Ihre Gold und Silber zum gegebenen Zeitpunkt zum entsprechenden Edelmetall umschichten. Soweit eine grobe Erklärung der Gold-Silber-Ratio Strategie.




